SENetz

Wir halten Kontakt.

Ausgabe Mai 2015 

 
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Verehrte Freundinnen,
liebe Freunde in der SENioren-Union,

tägliche Nachrichten haben wir alle zur Genüge. Was da gelegentlich schwer fällt, ist die Auswahl der Themen und Aktualitäten, die uns selbst im Alltag weiterbringen, neue Impulse bescheren und rechtzeitig aufklären, wenn wieder einmal gesellschaftliche Kräfte oder auch gefeierte Persönlichkeiten das Blaue vom Himmel versprechen und uns im Vollzug damit allein lassen. Speziell wir, die wir manchen politischen Akzent in der Vergangenheit gesetzt haben und jetzt erkennen, dass sich während der Umsetzung der Idee, die dabei gerne auch in die Jahre kommt, die Umgebungskonditionen grundlegend verändert haben, sind für die Nacharbeit in der Vollzugsdebatte mitverantwortlich und besonders gefordert und in der Korrekturpflicht. Für die Rentensicherheit gilt das. Wer geriestert hat, wird immer verbiesterter. Das muss nicht sein. Eine neue Konstruktion regt deshalb unser Renten-AK an.

Das heftigste Thema unserer Gegenwart sind die Flüchtlingsströme, die bei uns langsam alle Sozialsysteme blockieren. Unsere vielen "Gäste", deutschland- und bayernweit auf Anschluss- und Integrationssuche, haben einen Anspruch, auch frühzeitig zu wissen, dass unsere Hilfsbereitschaft, gern und der Erfahrung geschuldet an Grenzen stößt, wenn wir auf die richtigen Parameter zur Aufnahme verzichten. Martin Neumeyer und ich haben das gegenüber dem Bayernkurier eben erst noch einmal kundgetan. Integration und Inklusion müssen künftig europaweit gleich übersetzt und verstanden werden. Wenn wir das nicht betonen und die noch Erfahreneren unter uns aus der Nachkriegszeit erzählen, was wir uns zumuten können, wird das Thema im richtigen Sinn des Wortes aus dem "Ruder laufen".

Elke Garczyk berichtet wieder aus Europa das, was zu wissen wichtig ist und erinnert daran, dass unser Wohlstand nichts Gottgegebenes, sondern das Ergebnis zweier, respektive dreier Nachkriegsgenerationen am Ort des Wiederaufbaus und im Verbund mit den gestrigen Erzfeinden widerspiegelt.

Vor allem die Münchner Freunde schildern ihre Eindrücke von der Messe der gesellschaftlichen Bilanzierer "Die 66": die, die dabei waren, haben erlebt, dass da "die Post abgeht". Wir im Vorstand (in Sonderheit ich selbst) haben gelernt, dass wir noch viel dazulernen müssen, wenn wir mit den PR-Profis der Gegenwart erfolgreich konkurrieren möchten. So empfehle ich Ihnen, sich auf dem Laufenden zu halten und dran zu denken: Dieser Frühsommer will genutzt sein, um uns neu aufzustellen oder einfach frisch zu ordnen, damit unsere SEN im Chor der gesellschaftlichen Kräfte und im Wettbewerb mit den Meinungsbildnern für morgen nicht überhört, sondern hilfreich wahrgenommen wird.

Wir sehen uns in diesem Sommer ziemlich sicher. Die Bezirkswahlen rufen und ich komme mehrheitlich (landtagsgeblockt leider manchmal nicht) dazu. Rosenheim lädt zur Großveranstaltung mit dem Thema Gesundheit. Das Dreiländertreffen, das diesmal wir ausrichten, darf nicht vergessen sein. Schließlich die Landesversammlung mit Neuwahlen, die die Augsburger auszurichten versprochen haben. In Vorfreude auch auf Ihre/Deine Teilnahme und herzlich

Ihr und Dein

Unterschrift Dr. Thomas Goppel
Dr. Thomas Goppel, MdL
Landesvorsitzender

Dr. Thomas Goppel

Dr. Thomas Goppel, MdL
Landesvorsitzender
Senioren-Union Bayern

Impressum:
CSU-Landesleitung
Senioren-Union der CSU (SEN)
Nymphenburger Str. 64
80335 München
Telefon 089/1243-232
Fax 089/1243-292
Mail sen@csu-bayern.de
V.i.S.d.P. Dr. Thomas Goppel, MdL

 
 Position

Riesterrente

Nach einer gemeinsamen Sitzung des engeren Landesvorstandes und der Bezirksvorsitzenden der Senioren-Union (SEN) mit ihrem Renten-Arbeitskreis meldet sich ihr Vorsitzender Dr. Thomas Goppel, MdL, zu Wort:

Senioren-Union der CSU:

Die Riester-Rente ist ein Flop!

In der Senioren-Union (SEN) der CSU sind sich nicht nur die Experten einig: „Die Riester-Rente ist nicht mehr zu halten“. Ihr Ziel, abhängig Beschäftigten eine privatfinanzierte Form der Altersvorsorge zu beschaffen, ist nicht mehr erreichbar und wird in der Zukunft nicht zu schaffen sein. Der rot-grüne Plan, eine dort beschlossene Minderung der Nettorente auszugleichen, ist missglückt.

Dass dieses Ziel verfehlt wurde, liegt an mehreren Entwicklungen: nur 40% der Beschäftigten machten von der Riester-Möglichkeit Gebrauch. Ein Viertel davon ist wieder ausgestiegen. Die aus dem Riester-Beitrag erwartete gleiche oder höhere Rendite (=Rente) ist gemessen an der gesetzlichen Rente ausgeblieben. Oft genug „rentiert“ die „Riesterei“ nicht. Dort, wo sie funktioniert, liegt es an den staatlichen Zulagen oder steuerlichen Vergünstigungen.

„Aber es kommt noch schlimmer“, muss die Senioren-Union (SEN) in der CSU feststellen: durch die aktuell anstehenden Rentenauszahlungen verringert sich der sogenannte „Riesterfaktor“ und: alle Steuerzahler finanzieren ihrerseits die Subventionen für die wenigen „Riester-Sparer“. „So kann es nicht weiter gehen“!

Der Vorsitzende der Senioren-Union (SEN) Dr. Thomas Goppel, MdL und seine Rentenspezialisten, zu denen neben dem früheren Blüm-Staatssekretär Rudi Kraus in München Elke Garczyk und Peter Wagner gehören, stimmen überein: „Das Projekt Riester bedarf dringender Überarbeitung. Auch abgeschafft wäre diese Sonderzahlung für die Betroffenen am Ende noch ein Gewinn“. Denn es steht fest: da die Versprechungen von Rot-Grün nicht greifen (oder erst kurz vor dem Ableben der Nutznießer), ist die Belastung für Rentner und Steuerzahler nicht mehr zu rechtfertigen.

 
 Rückblick

Otto Wulff

Schulterschluss unter der Obhut der kleinen Schwester –
Die Senioren-Union in CDU/CSU: gemeinsam stark

Prof. Dr. Otto Wulff zu Gast bei der Senioren-Union Bayern

Gast im Landesvorstand der Senioren-Union war Anfang März Prof. Dr. Otto Wulff, der Bundesvorsitzende der Senioren-Union in der CDU. Interessiert nahmen die Landesvorstandsmitglieder der bayerischen Schwester unter dem Vorsitz von Dr. Thomas Goppel, MdL die der Schwesterpartei wichtigsten Themen zur Kenntnis. Rasch war man sich mit dem Gast aus Berlin einig, dass Deutschland mit dem modernsten Grundgesetz unserer Tage ein für alle verbindliches Konzept für Kultur besitzt, dessen „Verteidigung lohnt“. Mit dem Artikel 1, der dort festgeschrieben „unantastbaren Würde des Menschen“, ist ein Leitbegriff für den Umgang der Bürger untereinander gesetzt, den auch alle Zuwanderer zwingend zu achten haben. Im pluralen und säkularen Staat gibt es den Wettstreit zwischen religiösen und staatlichen Grundsätzen nicht. „Gleiches Recht für alle, das müssen auch unsere Gäste akzeptieren; für sich und andere“.

Wulff: „Nur wer allen Menschen gleichermaßen Rechte und Pflichten zuweist und abverlangt, kann sich in Deutschland wirklich zuhause fühlen“. Mit den Senioren in der CSU stimmt Wulff überein. Goppel: „Auch gerufene Geister unterliegen dem Grundgesetz und seinen Anforderungen. Insoweit tun viele Muslime in Deutschland, sicherlich die ganz große Mehrheit, das Richtige, gibt es aber für „den Islam“ einigen Nachholbedarf, bevor er in Deutschland wirklich „angekommen sein wird“.

Einig waren sich die beiden Schwestern rasch, dass die Familie (Vater, Mutter und Kinder) auch in der Zukunft Maßstabsetzer für alle staatliche Begleithilfe zu sein habe. Die Idealform der kleinen Fördereinheit im Staat darf nicht – weil ständig unerwähnt – aus dem Blick geraten. Wulff und Goppel plädierten in diesen Tagen „für eine nachhaltige Offensive“, um auch in der Zukunft gute Impulse für eine gesellschaftliche Entwicklung nicht nur in Europa setzen zu können.

Rudi Kraus, langjährige vormaliger Staatssekretär im Hause Blüm, erinnerte an offene Hausgaben im Zusammenhang mit den Renten: „Wenn die Nachkriegsgeneration der Sparsamen inzwischen aus der Zahlungsverpflichtung in die Rentenkasse herausgewachsen ist, die Langfristfinanzierung ohne ein festes Konzept den Wohlstandsverwöhnten unserer Tage überlassen bleibt, muss die heute noch offene Lastenverteilung definitiv geklärt sein“. Bis jetzt sind mit der Mütterrente und den  neuen Einzahlungszeiträumen nur Eckpunkte gesetzt.

Goppel, Wulff und die Senioren der CSU machten zusammen deutlich: „Die Hauptanliegen der näheren und weiteren Zukunft sind nicht nur der Demographie wegen nur noch  Generationen übergreifend zu meistern“. Von Zuwächsen in unserer heutigen Ausgangslage zu träumen, zeugt von Ahnungslosigkeit. Wulff: „Wer Wohlstandssicherung und Freiheit wie heute bewahren will, darf sich da nicht ausklinken“!

Verabredet haben die Unionsschwestern im Seniorat für die Zukunft einen regelmäßigen Daten- und Themenabgleich. Sie wollen jeweils rechtzeitig aufmerksam machen, wenn unerwartet Einbrüche an der Leistungsfront drohen. Wulff: „Wir wissen, wie wichtig für den Wohlstand richtiges Wirtschaften davor ist“. Eine der Möglichkeiten dazu halten Wulff und Goppel übereinstimmend dann gegeben, wenn nicht nur den Youngstern in der Bundestags- oder in den Landtagsfraktionen der Union Gelegenheit gegeben und das Recht zugestanden wird, ihre jeweilige Sicht der Dinge aus der direkten Betroffenheit heraus zu artikulieren.

Wulff weiter: „Vom Verwalten und Abwarten, was Andere tun, ist noch niemand Wettbewerbssieger geworden“. Den Nachweis dafür liefert ein Blick ins bundesdeutsche Geschichtsbuch: Nicht nur die rund 45 Aufbaujahre mit der am Ende stehenden, für viele überraschenden Wiedervereinigung, auch die wohl einmalige Aufbauleistung seit 1990, die insbesondere die ältere Teilgeneration Ost zu integrieren wusste.

Willkommener Gast im Landesvorstand der Senioren-Union der CSU: Prof. Dr. Otto Wulff (Dritter von links).

 
 Interview

Interview

Gehört der Islam zu Deutschland?

Dies ist die am heißesten umstrittene Frage in der Integrationspolitik. Wolfram Göll und Dominik Sauter sprachen darüber mit Thomas Goppel, dem früheren Wissenschaftsminister und jetzigen Vorsitzenden der Senioren-Union, und Martin Neumeyer, dem Integrationsbeauftragten der bayerischen Staatsregierung. 

Bayernkurier: Beginnen wir bei dem heiß debattierten Satz: Der Islam gehört zu Deutschland. Christian Wulff hat den Satz geprägt, Angela Merkel hat ihn so ähnlich wiederholt. Wie stehen Sie zu diesem Satz?
Martin Neumeyer: Mir hat dieser Satz weder aus dem Mund von Christian Wulff noch von der Bundeskanzlerin gepasst. Wulff war damals Bundespräsident und damit in einer Position, die eigentlich mehr Neutralität und Zurückhaltung gefordert hätte. Bei Angela Merkel war es eine politische, sogar parteipolitische Position. Ich denke, es ist nicht die Aufgabe des Staates, festzulegen, welcheN Religion wohin gehört oder warum. Der Staat hat ganz andere Aufgaben. Aber der Staat kann feststellen, dass sowohl das Christentum, das Judentum, Moslems, Agnostiker, Humanisten und Atheisten zu einem Land gehören. Das ist das spannende. Ich habe als Integrationsbeauftragter vor sechs Jahren ein Motto ausgegeben: Wir integrieren keine Nationen, wir integrieren keine Religionen – wir integrieren Menschen. Denn: Wenn wir damit beginnen, die Religion so in den Mittepunkt zu stellen, dass der Mensch zuallererst über seine Religion definiert wird, dann wird die Debatte erst richtig schwierig.
Thomas Goppel: Ich verstehe weder Herrn Wulff noch Frau Merkel in dieser Frage. Wir leben in einem Land, das nach dem Zweiten Weltkrieg festgestellt hat: Bei uns gibt es solche Unterschiede, etwa bei der Rasse, nicht. Bei uns heißt es: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und damit sind alle gleich. Wenn dann jemand in der Führungsriege der Politik anfängt zu unterscheiden, ist das falsch. Dabei bleibt es: Wir sind ein Land, in der das menschliche Verhalten, nicht die Religion die entscheidende Rolle spielt. Aber in Deutschland gehört auch das christliche Menschenbild dazu, und dieser christliche Grundsatz schreibt fest: Alle haben die gleiche Würde, also: alle sollen die gleichen Bedingungen vorfinden. Das ist im Koran so nicht beschrieben. Deswegen bin ich der Meinung, dass der Islam als Religion nicht zu uns gehört. Der einzelne Mensch gehört zu uns – der Islam nicht.

Bayernkurier: Es wurde ja als Gegenargument aufgeführt, dass der Islam nichts zur Geschichte Deutschlands beigetragen hätte, zum kulturellen Fundament und der Wertebasis.
Goppel (lacht): Nur weil er damals in Wien hängengeblieben ist?!
Neumeyer: Der Islam hat ja jetzt die Chance, etwas beizutragen. Der Islam ist in größerer Zahl seit den 1980er Jahren in Deutschland präsent. Seitdem hat der Islam die Chance, im moralischen und gesellschaftlichen Diskurs seinen Beitrag zu leisten. Das gilt auch für die Kunst und die Musik. Aber es stimmt natürlich: Wenn wir auf die Wurzeln unseres Landes zurückblicken, war der Islam schlicht und ergreifend nicht da – und wenn, dann nur in Fragmenten. Moslems waren in Deutschland eine exotische Erscheinung. Es gibt zwar eine lange Moscheen-Tradition in Berlin, der Austausch der Kulturen, die deutsch-türkische Freundschaft – das war immer deutsch, das hat zu unserem Land gehört, und das ist auch gut so. Aber die Entstehung unseres Landes fußt auf dem Christentum, und in Teilen auf dem Judentum, aber nicht auf dem Islam.
Goppel: Wesentlicher Bestandteil unserer Diskussion ist die Tatsache, dass wir beide hier ein einvernehmliches Menschenbild, nämlich das christliche, haben – ein freieres Menschenbild gibt es nicht. Und in einigen der Weltreligionen – leider auch im Islam – muss man mitunter nachfragen (dürfen): Wen vertrittst du gerade? Wenn diese Frage gestellt werden muss, kann ich nicht das Ergebnis vorwegnehmen. Vielleicht lässt sich sagen: Er, der Islam, bewirbt sich um Aufnahme.
Neumeyer: Muslime gehören zu Deutschland, aber nicht der Islam. Der Islam ist die drittgrößte Religion in Deutschland, auch wenn sich die Moslems selbst ja in unzählige Splittergruppen teilen. Es gibt einen arabisch orientierten Islam, einen türkisch orientierten, und innerhalb der einzelnen Länder gibt es wieder Unterschiede. Das macht es auch hierzulande nicht einfacher. Denn die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht, beinhaltet auch die Frage, was der Islam in Deutschland eigentlich ist.

Bayernkurier: Die große Zersplitterung innerhalb des Islam ist in Deutschland kaum bekannt. Kann man es so sagen: Am verträglichsten sind hierzulande türkische Moslems?
Neumeyer: Natürlich.
Goppel: Zumindest, wenn der Regierungschef stimmt.
Neumeyer: Atatürk hat ja in der Türkei dafür gesorgt, dass es dort keine Staatskirche in dem Sinne gibt. Wenn man sich heute anschaut, welchen Einfluss DITIB (=Deutscher Ableger des staatlichen türkischen Amtes für Religionsangelegenheiten DIYANET, d.Red.) auch hier in Deutschland heute hat, ist das ein großer Vorteil. Denn als Politik hat man hier einen konkreten Ansprechpartner, zumindest für einen gewissen Teil der in Deutschland lebenden, aus der Türkei stammenden Sunniten.

Hier lesen Sie das Interview weiter

Martin Neumeyer

Martin Neumeyer, MdL
Integrationsbeauftragter der bayerischen Staatsregierung

Dr. Thomas Goppel

Dr. Thomas Goppel, MdL
Vorsitzender der Senioren-Union

 
 Aktuell
 

Was tut sich in der Europäischen Senioren-Union (ESU)?

Vizepräsidentin Elke Garczyk berichtet:

Joseph Daul war Gast im Präsidium der Europäischen Senioren-Union

Ungewohnt klare Töne schlug der Vorsitzende der EVP bei seinem Besuch in der Sitzung des Präsidiums der ESU an. Der EVP-Vorsitzende Joseph Daul analysierte die ernste politische Situation in Europa und über seine Grenzen hinaus, die durch schwere Verstöße gegen Menschenrechte und das Völkerrecht gekennzeichnet ist. Es war der erste Auftritt vor dem Führungsgremium der ESU, wozu ihn Präsidentin Prof. Dr. Hermans willkommen hieß. Daul beschrieb ungeschminkt das Leiden tausender Menschen in der Ukraine, in Syrien und dem Irak, in Nigeria, Jemen, Griechenland und anderen Ländern, hervorgerufen vor allem durch Machtmissbrauch, Terrormilizen, religiös-ethnische Intoleranz und einhergehend mit aufwiegelnder Propaganda. Es wurde deutlich, dass die Weltgemeinschaft und besonders Europa zu entschlossenem und auf Verständigung, Aussöhnung, Demokratie und Freiheit gerichtetes Handeln herausgefordert ist. Auf Anfrage schloss Daul, der Chef der stärksten Parteienfamilie im Europaparlament ist, die Aufnahme weiterer Länder in die Europäische Union „für die nächsten fünf Jahre“ aus.

„Freunde der Europäischen Senioren-Union“ im EU-Parlament

Die interparlamentarische Gruppe „Friends of ESU“ ist unter Vorsitz von Heinz K. Becker, MdEP am 24. März im Brüsseler Gebäude des Europäischen Parlaments mit dem ESU-Präsidium zusammengetroffen. Ihr gehören bislang neun Parlamentarier aus acht Ländern (Österreich, Belgien, Finnland, Italien, Niederlande, Slowenien, Slowakei, Tschechien) an, von denen knapp die Hälfte der Einladung gefolgt war. Da der demografische Wandel alle Länder angehe - so ESU-Präsidentin An Hermans - ginge er auch alle Europaabgeordneten an. In Übereinstimmung mit Becker, der auch ESU-Vizepräsident ist, forderte sie unsere Mitgliedsorganisationen auf, sich mit den MdEPs vor Ort über Projekte und Kooperationen zu beraten. Die auf europäischer Ebene getroffenen Entscheidungen müssten vor Ort in politisches Handeln münden. „Lasst meine Kollegen auch wissen, dass sie nur mit den Stimmen der Älteren wiedergewählt werden“, rief Becker den ESU-Präsidiumsmitgliedern zu. Deutsche Abgeordnete sind hier bisher noch nicht vertreten, weder von der CSU noch der CDU.

Joseph Daul

Joseph Daul
Vorsitzender der EVP

Garczyk Becker

Elke Garczyk und Heinz K. Becker, MdEP

 
 Messerückblick

Messestand

Umfassende Präsentation der Senioren-Union auf der großen Seniorenmesse „Die 66“ im MOC in München

Die Senioren-Union der CSU präsentierte sich auf der Mitte April in München stattgefundenen großen Seniorenmesse "Die 66" nicht zum ersten Mal, sie gehört seit vielen Jahren zum Partnerkern der reifen Jahrgänge in Politik und Gesellschaft. Hier gibt es immer wieder Gelegenheit zum Stimmungs- und Meinungstest der und mit den Betroffenen. Zahlreiche Mandatsträger aus dem Stadtrat, dem Bezirkstag, auch Landtags- und Bundestagsabgeordnete hatten am Stand der Senioren-Union Gelegenheit mit den zahlreichen Besuchern zu sprechen. Die Senioren-Union war regelrecht umlagert. Das Interesse war riesengroß, wie die SEN in Bayern und seinen Regionen aufgestellt ist und welche interessanten Themen aufgegriffen und behandelt werden:

Aktuell 11.400 Mitglieder belegen, dass die Senioren-Union bei einem derzeit durchschnittlichen Mitgliederwachstum von ca. 30 Mitgliedern/Monat die am schnellsten wachsende Arbeitsgemeinschaft der CSU ist. Inhaltlich wie gesellschaftlich attraktiv binden wir die Gruppe der Erfahrenen und Gelassenen gerne in die parteiliche Meinungsdebatte mit ein.

In vielen, wenn auch noch nicht allen Regionen Bayerns ist unsere SEN analog der CSU bis zum Ortsverband hin organisiert. Politische Themen decken in unseren Veranstaltungen nur einen Teil des Treffumfangs. Auch jede Menge kultureller, gesellschaftlicher, kreativer Events, daneben Ausflüge und Reisen stehen auf den Programmen der landesweiten Untergliederungen. Daraus ist ein seniorengerechtes und -politisches Mix gestrickt, das alle Interessen einbezieht.

Wir spüren es mit den Senioren, die sich kritisch äußern: Die derzeitige Rentenpolitik bedarf der Überprüfung. Die nach ihm benannte Riester-Rente hat die Erwartungen nicht erfüllt, belastet vor allem die Jahrgänge, die fest darauf rechnen, sich mit den Beiträgen dorthin ein zusätzliches Standbein für den Ruhestand zu erstottern. Über einen möglichen Ersatz dieses Ruhegeld-Bypasses diskutieren wir mit unseren Mitgliedern, der ganzen Altersgruppe heftig und weiter. Der Ersatz darf nicht wieder zum Flopp verkommen. Und wir drängen ein bisschen: Wie schaffen wir das lange angestrebte flexible Renteneintrittsalter?

"Wenn die Nachkriegsgeneration der Sparsamen das Rententhema aus der Langfristfinanzierung ausscheidet, die bisher Wohlstandsverwöhnten unserer Tage ohne Orientierung antreten, muss die bisher doch offene Lastenverteilung definitiv geklärt sein" (Rudi Kraus, ehem. parl. Staatssekretär).

Das Thema der am Samstag vor dem MOC stattfindenden Demonstration gegen Ungerechtigkeiten in unseren Sozialsystemen ist der SEN nicht neu. Da gilt es, für die Aufarbeitung korrekturwürdiger Systemveränderungen eine nachvollziehbare Vergleichsrechnung aufzumachen. Auch die Forderung Bayerns nach einer durch die Länder geregelten mittelstandsverträglichen und -freundlichen Erbschaftssteuer sollte die SEN thematisieren. Schließlich geht es um versteuertes Vermögen tüchtiger Unternehmer, das wir nicht zerschlagen wollen.

Die Senioren-Union hat ganz aktuell auf ihrer letzten Landesvorstandssitzung einstimmig die Einrichtung einer Pflegekammer gefordert: Die Pflegeberufe insgesamt brauchen eine Aufwertung und eine bessere gesellschaftliche Anerkennung der Pflegedienstleistenden.

Spannend wird es im Juni in Rosenheim:
Gesundheitsvorsorge und Pflege werden eine tagesaktuelle Definition erfahren, die dabei helfen muss, auch das gesamte Finanzierungssystem zu hinterfragen.
Gemeinsam mit der Senioren-Union der CDU ist es ein großes Anliegen, dass Maßstab für die politische Familiendefinition Vater, Mutter und Kinder bleiben. Staatliche Begleithilfe setzt nach unserem Willen an dieser Grundnorm an. Allein die Anwesenheit von Kindern definiert den staatlichen Förderbedarf nicht. Was Eltern können und tun, ist durch Geld nur sehr beschränkt zu ersetzen.

In landesübergreifenden Tagungen sind seniorenrelevante wichtige Themen wie Fördermittel aus EU-Töpfen für Seniorenprojekte, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und im häuslichen Umfeld, Einkaufsmöglichkeiten und medizinische Versorgung vor Ort, Bildung im Alter (aktiv und passiv - Weitergabe von Erfahrung und Weiterbildungsmöglichkeit) im Gespräch. Wir bieten viel und nahezu alles, was unsere Mitglieder interessiert. Es lohnt, den kleinen Mitgliedsobolus zu entrichten.

Diese Informationen konnten auf der „Die 66“ am Stand der Senioren-Union abgerufen werden. Besonderer Dank gilt hier den Akteuren des Bezirksverbandes München, die sich liebevoll und unermüdlich der Gästebetreuung von Freitag bis Sonntag angenommen hatten.

 
 Termine
 
Rosenheim

Do., 25. Juni 2015, Rosenheim:
SEN-Gesundheitskongress im Ballhaus

Nürnberg

Do./Fr., 17./18. September 2015, Nürnberg:
Dreiländertreffen im Avena-Park-Hotel

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Sa., 10. Oktober 2015, Raum Augsburg:
SEN-Landesversammlung